9. September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Varaschin im Vergleich: italienische Designer-Gartenmöbel

Wer nach italienischen Designer-Gartenmöbeln sucht, stößt schnell auf dieselben Namen: Varaschin, Roda, Unopiù, EMU, Gervasoni, dazu Dedon aus Deutschland. Alle sechs bauen Möbel für draußen, alle sechs arbeiten mit renommierten Entwerfern. Austauschbar sind sie deshalb nicht. Dieser Beitrag ordnet die Marken nach Herkunft, Material und Handwerk, damit Sie erkennen, wonach Sie eigentlich suchen.
Was unterscheidet italienische Designer-Gartenmöbel von Massenware?
Drei Dinge: eine benannte Autorenschaft, eine eigene Fertigung und Ersatzteile, die es Jahre später noch gibt. Hinter jeder Kollektion steht ein Entwerfer mit Namen, die Produktion liegt in einem festen Werk, und Kordeln, Bezüge oder Polster lassen sich einzeln nachbestellen.
Bei Gartenmöbeln aus dem Aktionsregal ist keiner dieser drei Punkte gegeben. Sie sind nicht zwangsläufig schlecht, aber sie sind als Verbrauchsgegenstand gedacht: Wenn die Bespannung reißt, endet die Geschichte. Möbel aus den Manufakturen, um die es hier geht, sind auf das Gegenteil ausgelegt. Sie werden repariert, neu bezogen und weitergegeben.
Der zweite Unterschied ist die Bandbreite. Wer ganze Außenräume plant, braucht Sofa, Esstisch, Liege, Schatten und Beleuchtung in einer Formensprache. Genau hier trennen sich die Hersteller, die eine Sitzgruppe bauen, von denen, die ein System bauen.
Wofür steht Varaschin?
Varaschin ist ein Familienunternehmen aus Vittorio Veneto in der Provinz Treviso, gegründet im September 1969 von den Brüdern Ugo und Pietro Varaschin. Der Kern der Marke ist das Handgeflecht: wetterfeste Kunstfaserkordel, von Hand um Gestelle aus pulverbeschichtetem Aluminium geflochten.
Das Flechten war von Anfang an die Kernkompetenz des Hauses, damals mit Rattan und Weide, heute mit synthetischer Faser, die Sonne, Regen und Salzluft standhält. Entworfen werden die Kollektionen unter anderem von Monica Armani, Pio & Tito Toso, José Manuel Ferrero und Calvi Brambilla, dazu vom hauseigenen Entwicklungsteam.
Die Kollektion reicht von Sofas, Sesseln und Daybeds über Tische und Stühle bis zu Sonnensegeln, Gartenhäuschen und Outdoor-Küchen. Sie ist damit eine der breitesten am Markt, was für Bauherren zählt, die eine Terrasse, einen Poolbereich und einen Essplatz in einer Handschrift einrichten wollen. In unserer Referenzdatenbank liegen 81 dokumentierte Varaschin-Projekte, darunter 58 gewerbliche Objekte, 8 Spa- und Wellnessanlagen, 5 Gastronomieprojekte und 2 maritime Projekte.
Wie unterscheiden sich Dedon, Roda und Varaschin beim Geflecht?
Am Material, am Ort und an der Bauweise. Dedon entwickelt seine Faser in Norddeutschland und lässt in Cebu flechten, Varaschin flicht in Vittorio Veneto von Hand auf Aluminium, Roda arbeitet weniger mit Rundkordel als mit gewebten Gurten, Teak und Edelstahl.
Dedon wurde 1990 von Bobby Dekeyser gegründet und ist streng genommen kein italienisches Haus, taucht in der Suche aber immer im selben Atemzug auf. Die Stärke der Marke ist die eigene Faser: Sie wird in Norddeutschland entwickelt und hergestellt und ist gegen Chlor, Salzwasser und UV-Strahlung ausgelegt. Geflochten wird von Hand in einem eigenen Werk auf der philippinischen Insel Cebu, das seit 2000 besteht. Entworfen haben für Dedon unter anderem Sebastian Herkner, Jean-Marie Massaud, Philippe Starck, GamFratesi und Stephen Burks. Wer eine skulpturale, oft großvolumige Geflechtform sucht, ist hier richtig.
Roda sitzt in Gavirate in der Provinz Varese und arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre. Die Handschrift ist zurückhaltender und stärker vom Holz geprägt: Teak, pulverbeschichtetes Aluminium, Edelstahl, gewebte Gurte und Outdoor-Textilien. Rodolfo Dordoni prägt die Kollektionen als künstlerischer Leiter, auch Gordon Guillaumier zeichnet für das Haus. Über die Sparte Roda for You entstehen Sonderanfertigungen für Hotellerie, Immobilien und Schiffbau, unter anderem für die Sanlorenzo 52Steel.
Varaschin liegt dazwischen und trägt das Geflecht am deutlichsten als Kernthema: Es ist nicht Dekor auf einem Gestell, sondern die Sitzfläche selbst. Wer die typische italienische Geflechtoptik mit einer sehr großen Auswahl an Kordelfarben und Stoffen möchte, findet sie hier.
Was zeichnet Unopiù, EMU und Gervasoni aus?
Drei verschiedene Traditionen. Unopiù aus dem Latium kommt vom Teak und vom Garten als Ganzem, EMU aus Umbrien kommt vom Metall, Gervasoni aus Friaul kommt von der Korbflechterei und ist bis heute ebenso stark im Innenraum zu Hause.
Unopiù wurde 1978 im Gebiet der Tuscia gegründet und sitzt in Soriano nel Cimino in der Provinz Viterbo. Gearbeitet wird mit Teak, Aluminium, behandeltem Eisen, geflochtenem Seil, Outdoor-Stoffen und der hauseigenen Kunstfaser WaProLace. Zu den Entwerfern zählen Matteo Thun, Marco Acerbis, Matteo Nunziati, Federica Biasi und Keiji Takeuchi. Neben privaten Gärten und Terrassen bedient Unopiù auch Projekte für Resorts, Hotels und Yachten. Wer Unopiù als Alternative prüft, sollte sich fragen, ob der eigene Entwurf eher vom warmen Holzton lebt oder von einer Geflechtstruktur.
EMU wurde 1951 in Marsciano in der Provinz Perugia gegründet und fertigt dort bis heute. Das Haus ist auf Metall spezialisiert: Stahl und Aluminium, verarbeitet mit Schutzbehandlungen und Pulverbeschichtung, beide Werkstoffe vollständig recycelbar. Entworfen haben für EMU unter anderem Paola Navone, Patricia Urquiola, Jean-Marie Massaud, Christophe Pillet, Stefan Diez und Arik Levy. EMU ist die naheliegende Wahl, wenn stapelbare, robuste Stühle in größerer Stückzahl gebraucht werden, etwa in der Gastronomie.
Gervasoni wurde 1882 in Udine gegründet und sitzt heute in Pavia di Udine in Friaul-Julisch Venetien. Der Ursprung liegt in der friaulischen Korbflechterei, der ursprüngliche Firmenname verwies ausdrücklich auf die Weidenindustrie. Aus dieser Wurzel entstand ein Programm aus Rattan, Bambus, Rohr, Holz, Keramik und Aluminium für innen und außen. Paola Navone begleitete das Haus ab 1996 und war bis 2020 künstlerische Leiterin. Wenn Innenraum und Terrasse eine gemeinsame Sprache sprechen sollen, ist Gervasoni ein starkes Argument.
Welche Marke passt zu welchem Projekt?
Das hängt weniger am Budget als an der Nutzung. Eine geschützte Terrasse, die im Winter geräumt wird, stellt andere Anforderungen als eine Dachterrasse in Meeresnähe oder eine Hotelanlage, in der täglich hundert Gäste sitzen.
Für Privatgärten mit Wohnzimmercharakter, in denen Lounge, Essplatz und Liegebereich zusammengehören, spielt Varaschin seine Bandbreite und das Handgeflecht aus. Für einen ausgesprochen skulpturalen, großzügigen Geflechtauftritt lohnt der Blick zu Dedon. Wer Teak und ruhige Linien sucht, ist bei Roda gut aufgehoben, wer den Garten mit Pergolen und klassischem Holz denkt, bei Unopiù. Für Gastronomieflächen mit hohem Durchsatz und Stapelbedarf ist EMU praktisch, für den durchgehenden Übergang von innen nach außen Gervasoni.
Zwei Fragen helfen fast immer weiter: Wie exponiert steht das Möbel wirklich, und wie viele Jahre soll es halten? Salzluft, Chlorwasser und volle Südsonne sortieren Materialien schneller aus als jeder Katalog.
Wie finde ich in Deutschland einen Händler?
Über die Marke, nicht über den Preisvergleich. Die genannten Hersteller arbeiten in Deutschland mit ausgewählten Partnern, die die Kollektion kennen, Stoffe und Ausführungen zeigen können und für Lieferung und Aufbau geradestehen. Auf den Herstellerseiten steht, wer das ist.
Achten Sie darauf, ob der Partner die vollständige Kollektion führt oder nur einzelne Serien, ob er Stoffmuster und Kordelfarben bemustern kann, und ob er nach der Lieferung erreichbar bleibt. Bei Möbeln, die zehn Jahre und länger draußen stehen, ist die Nachbestellbarkeit eines Bezugs mehr wert als jeder Rabatt.
DOMISUM Garden Dreams ist autorisierter Varaschin-Partner in Deutschland. Dieter Schmid berät persönlich, telefonisch, per Videocall oder bei Ihnen vor Ort, und begleitet Projekte in Deutschland, Österreich und der Schweiz von der Auswahl über Stoffe und Ausführungen bis zu Lieferung und Aufbau. Einen Überblick über die Marke finden Sie auf unserer Varaschin-Seite, Ihre Fragen beantworten wir gern über das Kontaktformular.
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